Fort Langley

Und heut gibt’s auch schon den nächsten Artikel! Diesmal waren wir im historischen Fort Langley. Ein kleines Dorf ein gutes Stückchen östlich von Vancouver. Was dieses Dörfchen so besonders macht ist die Tatsache, dass hier das Leben
noch so dargestellt wird wie vor knapp 150 Jahren. In Fort Langley hat sich nämlich die Hudson’s Bay Company niedergelassen und es war damals der zentrale Handelspunkt für den Handel mit den First Nations. Aber nicht nur mit den Ureinwohnern wurde damals gehandelt. Unter anderem wurden von hier aus Pelzwaren nach Europa, Obst und Gemüse zu den Russen nach Alaska, Cranberries nach Californien und Lachs aus dem Fraser River sogar bis nach Hawaii geschippert. Aber der eigentliche Anlass unseres Besuches in Fort Langley war ein Fest der französischsprachigen Gesellschaft von und um Vancouver. Nach einer etwas längeren Skytrain- und Busreise, bei der wir quasi ans Ende des Skytrains gefahren sind, sind wir endlich in Fort Langley angekommen und wurden (wie eigentlich üblich überall wo Bäume sind) von niedlichen, kleinen Eichhörnchen empfangen. Und dann sind wir schon eingetaucht in eine ganz andere Welt… Männer und Frauen, sozusagen die Einwohner von Fort Langley, sind alle traditionell gekleidet. Männer in Pelzen oder Uniformen, und die Frauen wie Mägde. Innerhalb des Dorfes kann man dann sämtliche Handwerker bei Ihrer Arbeit beobachten. So sind die Frauen damit beschäftigt Kleidung oder Decken zu nähen und die Männer versuchen ihre Pelze unters Volk zu bringen. Natürlich gibt es auch einen Schmied, der dann seine geschmiedeten Haken nach alter Tradition mit den umstehenden Besuchern gegen Gegenstände wie Steine, Stücke oder (wie es im Fall eines kleinen Jungen bei uns war…) gegen ein Stück von einer Kloschüssel tauscht. Geld möchte er dafür nicht, schließlich gibt es nur Tauschhandel! Und natürlich gibt es auch hier wieder genügend zu Essen. Wir haben uns zuerst für traditionelle kanadische Poutine entschieden, was so viel ist wie Pommes mit brauner Soße und Käse darüber. Naja, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Da dies nicht so befriedigend war haben wir uns danach noch ne Crepe gegönnt. Anfangs haben wir uns noch gewundert warum die so teuer waren, aber als wir dann das Ergebnis in Händen hielten war der Preis absolut gerechtfertig. Unglaublich lecker! Für die Kleinen unter uns (Jasmine eingeschlossen) wurde natürlich auch etwas geboten: So konnte ich einen riesigen Biber kuscheln und unter lauter kleinen Mitanfängern Löffelmusik erlernen. Und danach war noch Zeit für ein Schubkarrenrennen, was ich haushoch gewonnen habe, so wie der Frank sich angestellt hat 😀 Und zur Belohnung gab’s dann was ganz delikates: Ahornsirup am Spieß… Ohne Kommentar. Also wenn irgendjemand mal vorhat seine Zähne zu ruinieren oder womöglich sogar auszureißen, dass ist die perfekte Idee! Bäh. Highlight des ganzen war eigentlich ein Gentlemann der aus einem riesen Eisklotz einen Biber geschnitzt hat. Er hat dafür zwar ca. 3 Stunden gebraucht, aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Aber das hätte ich natürlich auch gekonnt. Nachdem wir dann noch einem etwas langatmigem Theaterstück über eine Hochzeit einer Ureinwohnerin von Fort Langley mit einem Engländer gelauscht hatten haben wir uns wieder auf die Heimreise gemacht. Alles in allem was es aber ein sehr interessanter Nachmittag und den Besuch auf jeden Fall wert.

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